Sharing Economy überrollt China

Es ist soweit, die Sharing Economy kommt nach China. Und wie bei vielen Ideen, Modelle oder Firmen die das Land der Mitte erreichen, ist das Wachstum mit herkömmlichen betriebswirtschaftlichen Methoden in Deutschland kaum zu erfassen. Mobike und Ofo sind Startups in China die sich auf das Fahrrad-Sharing Modell konzentrieren und zur Zeit in den großen Städten explodieren. Überall sieht man orange und gelbe Fahrräder. Befragte Chinesen können sich an nichts vergleichbares erinnern, kein Produkt, keine Marke die von 0 auf überall in so kurzer Zeit gewachsen ist.

Wie auch in Deutschland Call a Bike sind Mobike und Ofo Unternehmen die Fahrräder für eine kurzzeitige Vermietung anbieten. Auch hier wieder scheinen Chinesen die Idee aus anderen Ländern als Inspiration verwendet zu haben und die Ausführung deutlich verbessert.

Bei MoBike installiert man eine App auf dem eigenen Smartphone. Während der Registrierung hinterlegt man eine Kaution mit WeChat oder AliPay über 299 RMB (entspricht etwa 42€) und kann dann ein Fahrrad freischalten. Man sucht die Fahrräder in der Nähe über eine Karte in der die Fahrräder in der Nähe als Marker markiert sind (sollte man es schaffen und tatsächlich kein MoBike in der Stadt sehen – sie sind überall) und sobald man beim Fahrrad angekommen ist, kann man über einen QR Code das intelligente Schloss öffnen.

MoBike berechnet jetzt pro halbe Stunde Nutzung des Fahrrads 7 beziehungsweise14 Cent (es gibt zwei verschieden Fahrräder, mit und ohne Korb). Ist man am Zielort agekommen, kann man das Fahrrad einfach stehen lassen und „auschecken“: Dazu schließt man das Schloss, die Bezahlung wird automatisch online durchgeführt und das Fahrrad wird auf der Karte für den nächsten Kunden angezeigt.

Genial einfach – sogar in Englisch verfügbar – günstig, flexibel und man ist für kurze Strecken nicht mehr auf Bus oder Motorradtaxis angewiesen.

Die Einführung von MoBike hat in den großen Städten Chinas zu einer gänzlichen Veränderung des Stadtbildes geführt. Es ist nicht nur kaum noch möglich sich irgendwo in der Stadt zu bewegen und kein oranges oder gelbes Fahrrad alle 5 Meter zu sehen – auch nutzen so viele Menschen dieses Angebot.

Das Design der Fahrräder ist schlicht, toll und äußerst prägnant – überall kann man die orangen (Mobike) und gelben (ofo) Räder sofort erkennen.

Kein außergewöhnliches Bild: Kommt man aus der U-Bahn stehen dutzende Fahrräder zur Verfügung die man innerhalb von wenigen Sekunden einfach und selbstständig mieten kann. Man kann das Fahrrad am Zielort einfach abschließen und stehen lassen, es ist dann für den nächsten Kunden verfügbar.

Die Fahrräder selbst sind intelligent und Wartungsfrei für 4 Jahre hergestellt. Vollgummireifen, rostfreier Aluminum-Rahmen und sehr solide Verarbeitung garantieren eine gewisse Langlebigkeit bei ständiger Benutzung. Die intelligenten Schlösser werden beim treten in die Pedale aufgeladen. Bewegliche Teile sind gut verdichtet oder abgedeckt was etwas vor Regen und Rost schützt. Ideal also um die Fahrräder für lange Zeit möglichst ohne Aufwand, vollautomatisiert zu vermieten ohne viel Ausfallzeiten zu erwarten.

China hat – wie zu erwarten war – zwar schon seit einigen Jahren die weltweite Rangliste für Fahrrad-Sharing angeführt, aber mit der neuartigen Vermarktung, dem Marketing und dem Ablauf (das Fahrrad kann überall stehen gelassen werden und muss nicht zurück zu einer Station) scheint sich Mobike durchzusetzen. Der Gründer ist der ehemalige Geschäftsführer von Uber China, hat also den richtigen Hintergrund und Erfahrungen in der Sharing Economy und verfolgt weiterhin große Pläne: 2017 soll der Markteintritt in Singapur erfolgen.

Interessiert an mehr Erfolgsgeschichten aus China oder Details aus dem Chinesichen Leben welche essentiell für Ihre Marktforschung sind? Schreiben Sie uns gern an.

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